Studieninteressierte

Es freut uns, dass du hier bist, weil du dich für ein Soziologiestudium interessierst. Vermutlich fragst du dich „Was ist eigentlich Soziologie?“ Diese Frage zu beantworten ist gar nicht so leicht. Max Weber, der übrigens auch Namensgeber unseres Instituts ist, hat Soziologie folgendermaßen definiert:

„Soziologie soll heißen: eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will.“

– Max Weber

Um ehrlich zu sein – das beantwortet die Frage auch nicht besonders gut. Tatsächlich ist eine genaue Definition davon, was Soziologie ist und was sie erforscht Teil von mehreren Lehrveranstaltungen im ersten Semester. Was sich sagen lässt, ist das Soziologie sich mit der Gesellschaft beschäftigt – und mit dem Verhältnis zwischen ihr und Individuum. Institutionen, Familie, Politik, Wirtschaft, Kultur – mit all diesen Themen setzen sich verschiedene Bereiche der Soziologie auseinander.

Darüber hinaus ist Soziologie eine empirische Wissenschaft. Erkenntnis in der Soziologie ist nicht bloß theoretischer Natur. Ständig beschäftigen sich Soziolog*innen damit, tatsächlich Daten über soziale Phänomene zu erheben und auszuwerten. Dies sind dabei jedoch nicht bloß statistische Befragungen: auch qualitative Methoden wie freie Interviews und Beobachtungen spielen eine große Rolle in der soziologischen Forschung.

Schließlich ist Soziologie sehr interdisziplinär: Da die Gesellschaft ein so umfassendes Thema ist, ist auch Soziologie ständig im Diskurs mit anderen Wissenschaften wie der Philosophie, den Politikwissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften, der Psychologie, der Kulturwissenschaften und vielen mehr.

Vielleicht geben dir unsere Erfahrungsberichte, warum wir uns für Soziologie in Heidelberg entschieden haben, einen klareren Einblick in das Fach.

„Ich studiere Soziologie im sechsten Semester und bin verliebt – in Soziologie. Der Grund dafür ist die allumfassende Veränderung in der Wahrnehmung der eigenen Umwelt. Wenn man Soziologie studiert, wird plötzlich der gesamte Lebensalltag unfassbar spannend. Es wird aber auch deutlich, dass soziales Leben sehr komplex ist und scheinbar alles nur deshalb funktioniert, weil Menschen daran glauben. Das kann ernüchternd sein, birgt aber auch das Potenzial immer weiterdenken zu wollen, das Bestehende zu hinterfragen und sich so ein differenziertes Verständnis der Welt anzueignen. Soziologie ist für alle interessant, die größere Zusammenhänge der sozialen Wirklichkeit verstehen wollen.“

Lisa, 6. Semester (Bachelor 100%)

„Hallo, schön dass du dich über das Soziologie-Studium in Heidelberg informieren willst!

Zunächst ein paar allgemeine Dinge. Die Soziologie ist ein sehr breit aufgestelltes Fach, ihre zentrale Themen sind unter anderem soziale Ungleichheit (siehe z.B. Bourdieu), wie wir zu unserem scheinbar „selbstverständlichen“ Alltagswissen kommen (siehe z.B. Berger und Luckmann), die Untersuchung von sozialen Normen und Rollen (siehe z.B. Popitz) oder die Suche nach Erklärungen von großen Gesellschaftlichen Veränderungen (siehe z.B. Max Weber zum Kapitalismus). Neben der soziologischen Theorie ist ein Schwerpunkt die Ausbildung in allgemeiner Forschungsmethodik, inkl. Statistik, allerdings auf einem sehr verträglichen Level, du musst hierfür also kein Mathe-Crack sein.

Neben den großen allgemeinen Fragen gibt es noch eine Vielzahl von Subdisziplinen, die sich jeweils mit einem bestimmten Ausschnitt von Gesellschaft auseinandersetzen, z.B. die Soziologie der Politik, der Medizin, der Wirtschaft etc.. Das Studium bietet daher insgesamt viel Freiheit, dich neben den allgemeinen Grundlagen speziell mit den Themen auseinander zu setzten, die dich interessieren. Wenn du also ein breit gefächertes Interesse daran hast, die Dinge zu hinterfragen die in unserer Gesellschaft als „selbstverständlich“ erscheinen, dann bist du in der Soziologie genau richtig.

Ich studiere jetzt im vierten Semester Soziologie im Hauptfach, und bin extrem zufrieden mit dieser Entscheidung. Besonders gut gefällt mir die beschriebene Freiheit, selbst wählen zu können, womit ich mich beschäftige. Die soziologischen Inhalte haben zudem fast immer einen Bezug zu meiner eigenen Alltagserfahrung oder zu den „großen“ Themen unserer Zeit, sodass sie sich außerordentlich relevant anfühlen. Außerdem genieße ich es, mich durch die soziologische Brille über ganz alltägliche Dinge wundern zu können, die nur auf den ersten Blick „normal“ erscheinen. Die Welt erscheint hierdurch ein gutes Stück spannender und komplexer.

Wenn du weitere Fragen hast, schreib gerne einfach an unsere Fachschafts-Email, wir freuen uns von dir zu hören :)“

Oliver, 4. Semester (Bachelor 100%)

„Noch vor meinem Abitur stand für mich fest, dass ich Soziologie studieren möchte.
Nur der Studienort stand noch offen, also nahm ich mir vor, alle Möglichkeiten anzusehen. Als ich in Heidelberg ankam, war ich begeistert. Diese Stadt hat sehr viele grüne Flecken an denen man mit seinen Freunden einen gemütlichen Nachmittag verbringen kann, die wichtigsten Orte sind sehr leicht zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem ÖPNV erreichbar und die Stadt ist einfach unglaublich schön. Selbst nach fast einem Jahr hat man das Bedürfnis sich hin und wieder irgendwo hinzustellen und Heidelberg wie ein Tourist zu bestaunen.
Ich komme aus einer kleineren Stadt, weswegen die Größe für mich auch eine wichtige Rolle gespielt hat. Sie musste groß genug sein, dass man wirklich immer etwas unternehmen kann, aber auch klein genug, dass man in ihr nicht untergeht. Heidelberg ist in beiden Punkten perfekt.
Auch die Qualität der Lehre hat für mich eine signifikante Rolle gespielt. Das Max-Weber-Institut ist deutschlandweit im Bereich der Soziologie bekannt, einige Professoren ebenfalls. Es gibt jedes Semester eine sehr große Auswahl an Veranstaltungen, unter denen für jeden etwas dabei ist, von Religionssoziologie, über Kritik kapitalistischer Gesellschaften bis hin zu Lektürekursen, in denen ein bestimmter Autor ganz genau unter die Lupe genommen wird. Und das war nur ein Bruchteil der möglichen Veranstaltungen. Soziologie ist das perfekte Studium, wenn du die Welt besser verstehen möchtest. Es wird eine riesige Palette an Bereichen der Gesellschaft behandelt, die miteinander verknüpft werden. In jeder Vorlesung und in jedem Seminar lernt man neue Sachen, versteht Zusammenhänge in der Welt, oder man merkt, dass man schon sehr lange einen bestimmten Gedanken hatte, welcher nun verbalisiert vor einem liegt.
Man findet recht schnell Anschluss, weil Soziolog*innen in den meisten Fällen sehr offen sind. Durch meine Mitarbeit in der Fachschaft habe ich zudem sehr coole Menschen aus anderen Semestern kennengelernt. Es fühlt sich sehr schön an, Teil von etwas Größerem zu sein, Veranstaltungen mitzuorganisieren und einfach zu sehen wie fröhlich die Kommilitonen und Kommilitoninnen ihre Zeit bei diesen verbringen. Die Fachschaft freut sich immer über neue Gesichter (das weiß ich, weil ich selbst erst seit kurzem dabei bin) und wenn du Lust bekommst, hier mal reinzuschnuppern, bist du immer herzlich eingeladen zu einer Sitzung dazuzukommen!“

Maria, 2. Semester (Bachelor 100%)

„Dadurch, dass ich zuerst für ein paar Semester etwas anderes in Heidelberg studiert habe, sind mir viele Dinge im direkten Vergleich aufgefallen. Zum einen habe ich sofort den engen Kontakt zu Dozierenden bemerkt. Dieses Semester hatte ich beispielsweise ein Seminar mit nur 13 Teilnehmenden insgesamt – da entsteht einfach ein viel intensiveres und engeres Arbeitsumfeld und man lernt sich kennen.

Dozierende kann man direkt erreichen, sie nehmen sich Zeit für Deine Belange und versuchen einen Weg, der für alle Beteiligten passt, zu finden.

Für mich persönlich war es außerdem sehr praktisch, dass ich mir vorher erbrachte Leistungen für Soziologie anrechnen lassen konnte. Es gibt in unserem Studiengang die Möglichkeit, sich 28 ECTS ohne konkrete Soziologie-Bezug für das BA-Studium anrechnen zu lassen. Das ist nicht nur ideal, wenn man vorher erbrachte Leistungen anrechnen lassen will, sondern auch, um andere Disziplinen kennenzulernen. Es können nämlich Veranstaltungen aus allen Fächern an der Universität Heidelberg belegt und angerechnet werden.“

Caroline, 3. Semester (Bachelor 100%)